Die Geschichte der Weltjugendtagsglocke "Johannes Paul II"

Es war ein Kreis ungenannter Spender, die sich im Jahr 2005 vor dem 20. Weltjugendtag in Köln zusammenfanden, um anlässlich dieses großen Ereignisses eine Glocke für St. Aposteln zu stiften.Schnell stimmten alle Beteiligten, die Pfarre, der Glockensachverständige, die Diözese und nicht zuletzt der Vatikan dieser Absicht gerne zu, so dass in kurzer Zeit die schöne Absicht in die Tat umgesetzt werden konnte. Hier folgen nun dazu einige Schlaglichter:

1. Juli 2005: Weltjugendtagsglocke gegossen

Über die frisch gegossene Glocke berichtete die westfälische Tageszeitung "Die Glocke" am 30. Juli 2005:

Weltjugendtag glocke


Von FRANK MÖLLERS Gescher(gl). "Das ist ein absolutes Meisterwerk", sagt Herbert Thiemann stolz, tritt zur Seite und gibt den Blick frei in einen Betrieb, in dem es auch heute noch aussieht wie vor Hunderten von Jahren. Ganze 2,20 Meter hoch, 2,20 Meter im Durchmesser und gute 6,5 Tonnen schwer ist die neue Papst-Glocke, die da bronzen im warmen ockerfarbenen Licht im historischen Gemäuer der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock im Herzen von Gescher glänzt. In ihrer ganzen Pracht steht sie im Sand, rechts und links türmen sich noch die Ziegel aus dem Innern ihrer irdenen Gussform. Läuten soll das wuchtige Instrument, eines der größten, das je die traditionsreiche, über 300 Jahre alte Glockengießerei im Münsterland verlassen hat, zum ersten Mal beim Weltjugendtag in Köln. "Papst Benedikt XVI. wird sie dort auf dem Marienfeld am Abend des 20. August weihen", sagt Thiemann, Prokurist bei Petit & Gebr. Edelbrock, stolz. Eigens wurde ein tonnenschwerer Stahlständer für die Glocke gebaut, damit ihr sattes "Ges" für Zigtausend Jugendliche aus aller Welt und zu Ehren des deutschen Pontifex unter freiem Himmel erklingen kann.

"Es treibt einem schon den Schweiß auf die Stirn, wenn man weiß, dass der Papst die Glocke segnen wird und wie viele Menschen den ersten Anschlag hören werden", sagt Thiemann. "Es ist schon etwas ganz besonderes für einen solchen Anlass und für den Papst eine Glocke zu bauen." Der Termin steht und das Geläut, es muss einfach perfekt sein.

Doch längst hat die von Firmenchef Hans-Göran Werner Leonhard Hüesker gezeichnete Glocke nicht nur die erste Prüfung durch Musiker Wolfgang Nieland aus Gescher, sondern auch die durch den amtlichen Glockenprüfer aus Köln bestanden. "Der war rundweg begeistert", sagt Thiemann. 240 Sekunden Nachhall hat die Glocke, die nach dem Weltjugendtag in den Kirchturm von St. Aposteln in Köln wandern und dort ewig an den Papstbesuch in der Domstadt erinnern soll.

Vier Minuten, so lang hallt bislang keine einzige Glocke im gesamten rheinischen Erzbistum. ...

"Am 1. Juli haben wir dann die Glocke gegossen", berichtet Herbert Thiemann. Ganze zwei Wochen hat es danach gedauert, bis die Bronze eine Legierung aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn vollständig ausgekühlt war.

Bis zum 11. August werden jetzt in Gescher noch Feinarbeiten an dem 6,5-Tonnen-Geläut erledigt, bevor es per Schwertransport nach Köln auf das Weltjugendtags-Gelände geliefert wird. Sanft bearbeiten Glockenmacher Detlef Hemsing und Michael Hörnemann das Bronze-Instrument mit Hammer und Meißel. Gussgrate werden entfernt und die Inschrift wird fein nachziseliert. "Natürlich bin ich stolz auf dieses Meisterstück", sagt Hemsing. Zur Einweihung durch Benedikt XVI. will er gemeinsam mit mehreren Kollegen nach Köln reisen. "Bei diesem Ereignis will man doch dabei sein." Nebenan werkelt Schlosser Josef Lammering an der Achse, die die Glocke später im Kirchturm von St. Aposteln tragen soll. 514 Kilo ist die Aufhängung schwer, aus einem einzigen massiven Eichenstamm geschnitten und mit pulverbeschichteten Stahlbeschlägen verstärkt. "Auch das ist hier bei uns noch echte Handarbeit", sagt Lammering. Fast fertig ist auch der Glockenstuhl samt Schwungrädern. Und im Hof der Firma Petit & Edelbrock wartet schon der mehrere hundert Kilo schwere Stahlklöppel auf seine Reise an den Rhein. Beim ersten Läuten unter freiem Himmel wird allerdings ein kleinerer Klöppel zum Einsatz kommen. Die Glocke wird in ihrem Stahlgerüst beim Weltjugendtag knapp über dem Boden schweben. "Und natürlich wird sie dort von Hand angeschlagen", sagt Thiemann. "Im August wird die Welt nach Köln schauen und unseren Klang des Münsterlands hören."

12. August: Weltjugendtagsglocke auf dem Marienfeld eingetroffen

Am 12. August ist die neue Glocke von St. Aposteln auf dem Marienfeld eingetroffen. Darüber berichtete der Kölner Stadtanzeiger mit dem folgenden Bild.

Marienfeld

20. August: Weltjugendtagsglocke von Papst Benedikt XVI. gesegnet

Zum Beginn der Vigilfeier am 20. August segnete Papst Benedikt XVI. die Weltjugendtagsglocke.

Sie trägt den Namen des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. Sie wird in den nächsten Tagen das Geläute unserer Basilika vervollständigen.
Segnet
Steht Die Segensworte des Papstes:
Herr des Himmels und der Erde,
dich preist deine Schöpfung.
Im Himmel und auf der Erde schallt dein Ruf.
Voll Vertrauen bitten wir dich:
Segne diese Glocke, die dein Lob verkündet.
Segne alle, zu denen der Ruf dieser Glocke dringen wird und führe so deine Kirche von überall her zusammen in dein Reich.
Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.
Nach der Segnung ertönte die Glocke zum ersten Mal diesmal noch von Hand geläutet. Laeutet

22. August: Weltjugendtagsglocke in St. Aposteln eingetroffen!

GlockeApoChoro

Nicht einmal 24 Stunden nach dem letzten Glockenton auf dem Marienfeld erreichte die fast sieben Tonnen schwere Weltjugendtagsglocke das Apostelnkloster.

Unter den Augen vieler fröhlicher und stolzer Apostelaner und ihrer Gäste wurde sie in den neuen hölzernen Glockenstuhl in der Glockenkammer des Westturms gehoben. Dort wird die nach dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. benannte Glocke am 20. September, dem Vorabend des Kirchweihfestes, zum ersten Mal frei schwingend erklingen.

GlockeMitJochGlockeAnkunftGlockeHoch

Zu hören sein wird sie nur zu besonderen Anlässen, so jährlich am 20. August, dem Tag ihrer Segnung durch Papst Benedikt XVI.

"Katholische Pfarrgemeinde St Aposteln, Köln" (08/2005)
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